Wahr oder falsch? 40 Quizfragen mit Auflösung – und die Mythen dahinter

Vierzig Aussagen in vier Runden – Mythen, die viele glauben, Wissenschaft und Natur, Geschichte und Geografie, Sprache und Alltag –, jeweils mit Auflösung und Begründung, dazu, wie du eigene schreibst und wie eine Runde nicht durch Raten gewonnen wird.

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Warum „Wahr oder falsch“ funktioniert

Eine Wahr-oder-falsch-Runde ist das schnellste Format, das ein Quiz kennt: ein Satz, zwei mögliche Antworten, und niemand sitzt vor einem leeren Zettel. Deshalb ist es die Runde, in der alle mitspielen – der Gast, der von Fußball keine Ahnung hat, die Neunjährige, die Oma, die nicht gern abgefragt wird. Ob Stiere Rot hassen, dazu hat jeder eine Meinung, und niemand muss dafür einen Namen oder eine Jahreszahl wissen.

Es ist außerdem die Runde, in der die Auflösung mehr wert ist als die Frage. Die besten Aussagen sind die, bei denen sich der halbe Raum sicher ist und trotzdem danebenliegt, und die Erklärung danach – warum sich Goldfische doch erinnern, woher die Wikingerhelme mit Hörnern kommen – ist das, was am nächsten Tag weitererzählt wird. Lies deshalb jedes Mal die Begründung vor, nicht nur das Urteil.

Zehn Aussagen sind in unter fünf Minuten gelesen und gewertet. Damit eignet sich das Format als Auftakt, während noch Leute ankommen, und als Stechen am Ende: Die Gleichstehenden bekommen abwechselnd eine Aussage, bis einer danebenliegt. Glück spielt in keinem anderen Format eine so große Rolle wie hier; wie man es im Zaum hält, steht in den Abschnitten nach den vierzig Aussagen.

So setzt du die vierzig Aussagen ein

Vier Runden mit je zehn Aussagen: Mythen, die viele glauben, Wissenschaft und Natur, Geschichte und Geografie, Sprache, Kultur und Alltag. In jeder Runde sind wahre und falsche gemischt, ungefähr halbe-halbe, aber nicht jedes Mal gleich verteilt, damit Mitzählen nichts bringt. Lies jede Aussage einmal vor, gib zehn Sekunden zum Festlegen – Hand heben, Daumen hoch oder runter in die Kamera, oder ein W oder F auf Papier – und lies erst dann Urteil und Begründung.

Jedes Urteil hier hält ohne „kommt drauf an“. Wo eine Aussage einen Zusatz braucht, um eindeutig wahr oder falsch zu sein, etwa „botanisch gesehen“ oder „von West nach Ost“, gehört der Zusatz zur Aussage und wird mit vorgelesen. Wer ihn weglässt, verbringt die nächsten fünf Minuten in einem Streit, den er zu Recht verliert.

Runde eins: Mythen, die viele glauben

1. Die Chinesische Mauer ist vom Mond aus mit bloßem Auge zu sehen. Falsch. Der Mond ist rund 384.000 Kilometer entfernt, die Mauer ein paar Meter breit; selbst aus der Erdumlaufbahn in 400 Kilometern Höhe ist sie kaum auszumachen, und Chinas erster Raumfahrer Yang Liwei sagte 2003, er habe sie nicht gesehen. Die Behauptung ist älter als die Raumfahrt: Ein englischer Altertumsforscher schrieb sie schon 1754 auf, lange bevor jemand nachsehen konnte.

2. Ein Blitz kann zweimal an derselben Stelle einschlagen. Wahr. Hohe, spitze, frei stehende Bauwerke trifft es immer wieder: In das Empire State Building in New York schlägt es in einem durchschnittlichen Jahr rund zwanzigmal ein. Das Sprichwort handelt von Pech, nicht von Physik.

3. Ein Goldfisch kann sich nur etwa drei Sekunden lang an etwas erinnern. Falsch. In Versuchen haben Goldfische gelernt, für Futter einen Hebel zu drücken oder auf ein bestimmtes Geräusch hin anzuschwimmen, und beherrschten das noch Monate später. Für die drei Sekunden gibt es keine bekannte wissenschaftliche Quelle.

4. Hunde können Farben sehen. Wahr. Sie haben zwei Arten von Farbrezeptoren, Menschen drei; Blau und Gelb unterscheiden sie gut, Rot und Grün kaum, ähnlich wie ein rot-grün-blinder Mensch. Dass Hunde die Welt schwarz-weiß sehen, wurde jahrzehntelang weitererzählt, bis Versuche Ende der 1980er-Jahre das Gegenteil zeigten.

5. Die meisten Menschen nutzen nur etwa zehn Prozent ihres Gehirns. Falsch. Hirnscans zeigen im Lauf eines Tages Aktivität in praktisch allen Bereichen, und Schäden an fast jeder noch so kleinen Stelle haben spürbare Folgen. Die Idee geht vermutlich auf den Psychologen William James zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts sagte, Menschen schöpften nur einen Bruchteil ihres geistigen Potenzials aus; die so genau klingenden zehn Prozent haben erst spätere Ratgeberautoren hinzugefügt.

6. Napoleon war für seine Zeit ungewöhnlich klein. Falsch. Er maß etwa 1,69 Meter und war damit für einen Franzosen seiner Generation durchschnittlich groß oder sogar etwas größer. Die Legende stammt zum Teil von britischen Karikaturisten, die ihn winzig zeichneten, und zum Teil aus den Maßeinheiten: Seine überlieferten „fünf Fuß zwei Zoll“ waren französische Fuß und Zoll, und die waren länger als die englischen.

7. Alle Fledermäuse können sehen. Wahr. Keine einzige Art ist blind, und ihre großen Verwandten, die Flughunde, finden ihr Futter sogar vor allem mit Augen und Nase. Viele kleinere Arten jagen im Dunkeln per Echoortung – zusätzlich zu den Augen, nicht statt ihrer.

8. Stiere greifen das Tuch des Toreros an, weil die Farbe Rot sie wütend macht. Falsch. Rinder sind rot-grün-blind; was den Angriff auslöst, ist die Bewegung, und auf ein geschwenktes Tuch in jeder anderen Farbe gehen sie genauso los. Rot ist das Tuch am Ende des Kampfes aus Tradition und weil man Blut darauf kaum sieht – die Redensart vom „roten Tuch“ hält den Mythos trotzdem am Leben.

9. Ein verschluckter Kaugummi ist nach wenigen Tagen wieder aus dem Körper heraus. Wahr. Die Kaumasse lässt sich nicht verdauen, wandert aber wie alles Unverdauliche einfach durch den Darm; die sieben Jahre im Magen, mit denen man Kindern droht, haben keine Grundlage. Wer allerdings viel auf einmal schluckt, riskiert einen Darmverschluss – das ist der eigentliche Grund, es nicht zur Gewohnheit zu machen.

10. Spinat enthält besonders viel Eisen. Falsch. Frischer Spinat hat etwa drei bis vier Milligramm pro 100 Gramm – ordentlich für ein Gemüse, aber kein Ausnahmewert, denn Petersilie, Hülsenfrüchte und Haferflocken liegen ähnlich hoch oder höher, und wegen der Oxalsäure nimmt der Körper nur einen kleinen Teil davon auf. Die berühmte Erklärung, ein Forscher habe sich im 19. Jahrhundert um eine Kommastelle verrechnet, ist selbst eine Legende: Ein solcher Rechenfehler ließ sich nie nachweisen. Nach allem, was sich rekonstruieren lässt, stammte der hohe Wert, der jahrzehntelang zitiert wurde, von getrocknetem Spinat und wurde einfach auf frische Blätter übertragen.

Runde zwei: Wissenschaft und Natur

11. Botanisch gesehen ist die Banane eine Beere. Wahr. Für Botaniker ist eine Beere eine fleischige Frucht aus einer einzigen Blüte mit einem einzigen Fruchtknoten, meist mit mehreren Samen – damit sind Bananen, Weintrauben, Tomaten, Kiwis und Auberginen Beeren. Die Samen der Kulturbanane sind die winzigen dunklen Pünktchen in der Mitte.

12. Botanisch gesehen ist die Erdbeere eine Beere. Falsch. Das rote Fruchtfleisch ist der angeschwollene Blütenboden; die eigentlichen Früchte sind die kleinen „Kerne“ außen, jeder ein winziges Nüsschen mit einem Samen darin. Botaniker nennen die Erdbeere deshalb eine Sammelnussfrucht.

13. Ein Oktopus hat drei Herzen. Wahr. Zwei pumpen das Blut durch die Kiemen, das dritte durch den übrigen Körper. Das Blut selbst ist blau, weil es den Sauerstoff an Kupfer statt an Eisen bindet.

14. Die Venus braucht für eine Drehung um sich selbst länger als für einen Umlauf um die Sonne. Wahr. Eine Drehung dauert rund 243 Erdtage, ein Umlauf rund 225. Weil sich die Venus zudem rückwärts dreht, vergeht von einem Sonnenaufgang zum nächsten weniger Zeit, etwa 117 Erdtage – frag also nach der Drehung, nicht nach dem „Tag“, sonst gibt es Streit.

15. Merkur, der sonnennächste Planet, ist auch der heißeste. Falsch. Die Venus ist heißer, mit rund 465 Grad Celsius bei Tag und bei Nacht, weil ihre dichte Atmosphäre aus Kohlendioxid die Wärme festhält. Merkur hat kaum eine Atmosphäre: Auf der Tagseite wird es etwa 430 Grad heiß, auf der Nachtseite kälter als minus 170 Grad.

16. Schall breitet sich im Wasser schneller aus als in der Luft. Wahr. In der Luft schafft er etwa 340 Meter pro Sekunde, im Wasser rund 1.500, also mehr als viermal so viel. Wasser lässt sich viel schwerer zusammendrücken als Luft und gibt eine Schwingung deshalb schneller weiter.

17. In Deutschland ist Sommer, weil die Erde der Sonne dann näher ist. Falsch. Die Jahreszeiten entstehen durch die Neigung der Erdachse, die jede Erdhalbkugel ein halbes Jahr lang stärker der Sonne zuwendet. Am nächsten ist die Erde der Sonne ausgerechnet Anfang Januar, rund fünf Millionen Kilometer näher als im Juli.

18. Honig hält sich im verschlossenen Glas jahrzehntelang, ohne zu verderben. Wahr. Er enthält so wenig Wasser und so viel Zucker, dass Bakterien und Schimmelpilze darin nicht wachsen können. Er kann kristallisieren oder nachdunkeln, was die Konsistenz verändert, aber nicht die Genießbarkeit; Archäologen haben in ägyptischen Gräbern Honig gefunden, der Jahrtausende überdauert hatte.

19. Ein Neugeborenes hat weniger Knochen als ein Erwachsener. Falsch. Es ist umgekehrt: Ein Baby kommt mit etwa 270 bis 300 Knochen und Knochenteilen zur Welt, je nachdem, wie man zählt, und viele davon verwachsen im Lauf der Kindheit, am Schädel, an der Wirbelsäule, am Becken. Übrig bleiben beim Erwachsenen 206.

20. Unter seinem weiß wirkenden Fell hat ein Eisbär schwarze Haut. Wahr. Die Haare selbst enthalten gar keinen Farbstoff: Sie sind durchscheinend und wirken weiß, weil sie das Licht streuen, ähnlich wie Schnee.

Runde drei: Geschichte und Geografie

21. Kleopatra lebte zeitlich näher an der Mondlandung als am Bau der Cheops-Pyramide. Wahr. Die Pyramide war um 2560 vor Christus fertig; Kleopatra starb 30 vor Christus, rund 2.500 Jahre später, und bis zur Mondlandung vergingen nach ihr nur etwa 2.000 Jahre. Für sie waren die Pyramiden schon uralte Denkmäler.

22. Wikinger zogen mit Hörnerhelmen in die Schlacht. Falsch. Aus der Wikingerzeit ist kein einziger Helm mit Hörnern gefunden worden; der besterhaltene Wikingerhelm, entdeckt in Gjermundbu in Norwegen, ist eine schlichte runde Eisenkappe. Die Hörner sind eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, verbreitet vor allem durch die Kostüme, die Carl Emil Doepler 1876 für die erste Gesamtaufführung von Wagners „Ring des Nibelungen“ in Bayreuth entwarf.

23. Die Universität Oxford ist älter als das Reich der Azteken. Wahr. In Oxford wurde schon 1096 gelehrt, und gegen Ende des 12. Jahrhunderts blühte dort eine Universität. Die Mexica gründeten ihre Hauptstadt Tenochtitlan erst um 1325, und der Dreibund, den man gewöhnlich Aztekenreich nennt, entstand 1428.

24. Der Hundertjährige Krieg dauerte hundert Jahre. Falsch. Er dauerte 116 Jahre, von 1337 bis 1453, mit langen Waffenstillständen dazwischen; den Namen gaben ihm erst spätere Historiker. Der Dreißigjährige Krieg dagegen lief tatsächlich von 1618 bis 1648.

25. Von West nach Ost ist das australische Festland breiter als der Mond. Wahr. Australien misst rund 4.000 Kilometer in der Breite, der Durchmesser des Mondes beträgt etwa 3.475. Es geht nur um die Breite: Die Oberfläche des Mondes ist ungefähr fünfmal so groß wie Australien.

26. Grönland ist ungefähr so groß wie Afrika. Falsch. Afrika ist rund vierzehnmal so groß. Auf vielen Weltkarten sehen beide ähnlich aus, weil die verbreitete Mercator-Projektion Landflächen umso stärker aufbläht, je weiter sie vom Äquator entfernt liegen.

27. Russland erstreckt sich über elf Zeitzonen. Wahr. Wenn es in Kaliningrad an der Ostsee acht Uhr morgens ist, ist es auf Kamtschatka sechs Uhr abends. Rechnet man die Überseegebiete mit, hat Frankreich sogar noch mehr: zwölf.

28. Als die Cheops-Pyramide gebaut wurde, lebten noch Wollhaarmammuts. Wahr. Eine kleine Population überlebte auf der Wrangelinsel vor der Nordostküste Sibiriens bis vor etwa 4.000 Jahren – mehrere Jahrhunderte, nachdem die Pyramide fertig war.

29. Im Mittelalter hielten die meisten Gebildeten in Europa die Erde für eine Scheibe. Falsch. Dass die Erde eine Kugel ist, wusste man seit der Antike, und die mittelalterlichen Universitäten lehrten es nach Standardlehrbüchern. Die Geschichte, Kolumbus habe gegen Leute ankämpfen müssen, die an eine flache Erde glaubten, verbreitete sich vor allem im 19. Jahrhundert, nicht zuletzt durch Washington Irvings populäre Kolumbus-Biografie von 1828.

30. Der Eiffelturm sollte ursprünglich nur zwanzig Jahre stehen. Wahr. Er wurde für die Weltausstellung 1889 in Paris mit einer Genehmigung für zwanzig Jahre gebaut und vor allem deshalb gerettet, weil er sich als Antenne für den Funk bewährte. Noch während des Baus hatten namhafte Künstler öffentlich gegen ihn protestiert.

Runde vier: Sprache, Kultur und Alltag

31. Das Wort „Dollar“ stammt aus dem Deutschen. Wahr. Es geht auf den „Taler“ zurück, kurz für „Joachimsthaler“, eine Silbermünze, die ab dem frühen 16. Jahrhundert in Sankt Joachimsthal in Böhmen geprägt wurde, dem heutigen Jáchymov in Tschechien. Über das niederländische „daalder“ kam der Name ins Englische.

32. Als John F. Kennedy 1963 „Ich bin ein Berliner“ sagte, lachte die Menge, weil er sich als Gebäck bezeichnet hatte. Falsch. Die Menge vor dem Rathaus Schöneberg jubelte. Der Satz ist korrektes Deutsch für „Ich gehöre zu euch“, in Berlin heißt das Gebäck ohnehin Pfannkuchen, und die Anekdote vom Versprecher setzte sich erst Jahrzehnte später in englischsprachigen Nacherzählungen fest.

33. Der Weihnachtsmann trägt Rot, weil Coca-Cola ihn so erfunden hat. Falsch. In Rot war er schon Jahre vor 1931 auf Zeitschriftentiteln und in der Werbung anderer Firmen zu sehen; erst dann malte der Illustrator Haddon Sundblom seinen ersten Weihnachtsmann für Coca-Cola. Die Kampagne hat das Bild vom gemütlichen, rundlichen Mann in Rot stark geprägt, die Farbe aber nicht erfunden.

34. Bluetooth ist nach einem König benannt. Wahr. Harald „Blauzahn“ Gormsson herrschte im 10. Jahrhundert über Dänemark und gilt als der, der das Land geeint hat – ein passender Name für eine Technik, die Geräte verbinden soll. Das Logo setzt sich aus den Runen für seine Initialen H und B zusammen.

35. Gummibärchen wurden in Deutschland erfunden. Wahr. Der Bonner Bonbonmacher Hans Riegel stellte 1922 die ersten her und nannte sie Tanzbären. Der Firmenname Haribo setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Hans Riegel Bonn zusammen.

36. Das Reinheitsgebot von 1516 erlaubte vier Zutaten: Wasser, Gerste, Hopfen und Hefe. Falsch. Der Text nennt nur drei – Gerste, Hopfen und Wasser. Die Hefe fehlt, weil ihre Rolle bei der Gärung erst im 19. Jahrhundert verstanden wurde. Erlassen wurde die Vorschrift am 23. April 1516 in Ingolstadt für Bayern, weshalb der 23. April heute als Tag des Deutschen Bieres gilt.

37. Der Begriff „Hattrick“ stammt aus dem Cricket. Wahr. 1858 holte der Engländer H. H. Stephenson drei Wickets mit drei aufeinanderfolgenden Würfen, und die Zuschauer sammelten Geld für einen Hut, den sie ihm schenkten. Der Fußball übernahm das Wort später; als „lupenrein“ gilt ein Hattrick hierzulande, wenn ein Spieler drei Tore in Folge erzielt, ohne dass dazwischen ein anderer trifft, nach strenger Lesart in derselben Halbzeit.

38. „Handy“ ist das englische Wort für Mobiltelefon. Falsch. Im Englischen heißt das Gerät „mobile phone“ oder „cell phone“, und „handy“ bedeutet dort „praktisch“ oder „griffbereit“. Das deutsche Handy ist ein Scheinanglizismus, der sich in den 1990er-Jahren durchgesetzt hat – wer in London nach einem „handy“ fragt, erntet fragende Blicke.

39. Die Mona Lisa ist auf Leinwand gemalt. Falsch. Leonardo malte sie in Öl auf eine Tafel aus Pappelholz, und weil Holz auf Feuchtigkeit reagiert, hängt sie heute in einer klimatisierten Vitrine. Weltberühmt wurde sie nicht zuletzt, weil sie 1911 aus dem Louvre gestohlen wurde und mehr als zwei Jahre verschwunden blieb.

40. In Japan wird die Zahl Vier oft gemieden, weil sie wie das Wort für Tod klingen kann. Wahr. Eine Lesart der 4 ist „shi“, und genauso wird das Wort für Tod ausgesprochen; manche Krankenhäuser und Hotels lassen deshalb vierte Stockwerke oder Zimmernummern mit einer Vier aus. Meist nimmt man ohnehin die zweite Lesart, „yon“ – gerade um dem auszuweichen.

Eigene Aussagen schreiben

Schreib zuerst die falschen, und schreib sie aus dem, was Leute tatsächlich glauben. Eine falsche Aussage, die niemand glauben würde („Paris ist die Hauptstadt Spaniens“), ist ein geschenkter Punkt; eine, mit der der halbe Raum aufgewachsen ist, ist eine Frage. Die besten Quellen sind das, was man dir als Kind erzählt hat, das, was du oft mit großer Überzeugung gehört hast, und Beinahe-Treffer: der Krieg, der 116 Jahre dauerte, die bekannte Tatsache mit einem falschen Detail.

Achte auf absolute Wörter. „Immer“, „nie“, „nur“ und „alle“ sind der klassische Verräter: Erfahrene Spieler wissen, dass pauschale Behauptungen meist falsch sind und vorsichtige („kann“, „manche“, „oft“) meist wahr. Lass beides weg, oder bau bewusst eine wahre Aussage mit „alle“ ein, wie die Fledermäuse oben, damit niemand die Wörter spielt statt der Fakten.

Vermeide Verneinungen. Wer auf „Fledermäuse sind nicht blind“ mit „falsch“ antwortet, sagt, dass sie blind sind – und der halbe Raum hat aus dem richtigen Grund den falschen Knopf gedrückt. Formuliere jede Aussage positiv und lass das „nicht“ im Urteil stecken. Aus demselben Grund prüft jede Aussage genau eine Tatsache: „Der Eiffelturm, gebaut für die Weltausstellung 1900, ist 330 Meter hoch“ ist wegen des Jahres falsch, wegen der Höhe wahr und in jedem Fall unfair.

Halte auch die wahren ehrlich. Einen Zusatz braucht eine wahre Aussage nur, wo sie sonst angreifbar wäre, und dann muss er mit vorgelesen werden. Spieler merken außerdem, dass wahre Aussagen gern länger geraten, weil der Autor so lange Wörter ergänzt hat, bis sie exakt stimmen. Kürze sie, bis wahre und falsche ungefähr gleich lang sind.

Misch die Runde, ohne mechanisch zu werden. Jedes Mal genau fünf wahre und fünf falsche ist ein Muster, und wer mitzählt, bekommt die letzten zwei geschenkt. Variiere zwischen vier und sechs, verrate die Aufteilung nie, und lass drei gleiche Urteile hintereinander nicht zur Gewohnheit werden. Und schreib die Begründung gleich mit: Wenn du nicht in einem Satz sagen kannst, warum etwas wahr oder falsch ist, kennst du es nicht gut genug, um danach zu fragen.

Das Fünfzig-Prozent-Problem

Jede Wahr-oder-falsch-Aussage lässt sich mit einer Münze beantworten. Wer in einer Runde von zehn gar nichts weiß, kommt im Schnitt auf fünf, und von sechs Leuten, die blind raten, schafft typischerweise einer sieben oder mehr. Für einen Auftakt ist das in Ordnung, für alles, was über den Sieg entscheidet, ein Problem. Es gibt drei Gegenmittel, und sie lassen sich gut kombinieren.

Punktabzug für falsche Antworten. Ein Punkt für das richtige Urteil, einer weg für ein falsches, null fürs Passen: Damit ist blindes Raten im Schnitt nichts mehr wert, und antworten lohnt sich nur, wenn man sich eher sicher als unsicher ist. Die Spieler halten sich bei den Aussagen zurück, die sie wirklich nicht wissen – und genau diese Information hat dem Format gefehlt.

Nach der Begründung fragen. Ein Punkt für das Urteil, ein zweiter für das Warum („falsch, es ist die Bewegung des Tuchs“), und der Glückstreffer ist nur noch halb so viel wert wie Wissen. Das macht die Runde langsamer, also heb es dir für die letzte Runde oder das Stechen auf, und legt vorher fest, dass der Quizmaster entscheidet, ob eine Begründung nah genug dran ist.

Punkte setzen lassen. Manche Quizmaster lassen vor der Auflösung einen, zwei oder drei Punkte auf jede Aussage setzen, die man dann gewinnt oder verliert. Das belohnt, wenn jemand weiß, wie sicher er sich ist, und das ist eine eigene Fähigkeit. Außerdem zählt so auch die letzte Aussage des Abends noch.

Erst wahr oder falsch, dann schätzen

Die eleganteste Lösung ist, auf jede Aussage eine Zahl folgen zu lassen. „Der Hundertjährige Krieg dauerte hundert Jahre: wahr oder falsch?“ Und dann: „Wie viele Jahre dauerte er wirklich?“ Das Urteil ist die halbe Antwort, die Schätzung zeigt, wer es tatsächlich wusste. Wer „falsch“ zufällig richtig getippt hat, hat für die Zahl keinen Anhaltspunkt; wer es wusste, hat die 116 parat.

Mehrere der vierzig Aussagen oben funktionieren sofort so: die Chinesische Mauer und die Entfernung zum Mond (rund 384.000 Kilometer), die Venus und die Dauer einer Drehung (rund 243 Erdtage), Australien und der Monddurchmesser (rund 3.475 Kilometer), der Schall im Wasser und seine Geschwindigkeit (rund 1.500 Meter pro Sekunde). Werte das Urteil wie gewohnt und die Schätzung danach, wer am nächsten dran ist; wie man eine faire Spanne festlegt, steht im Ratgeber zu Schätzfragen.

Wahr oder falsch auf omequiz spielen

Am einfachsten geht es ganz ohne Vorbereitung: Raum öffnen, den sechsstelligen Code teilen, nach Belieben Sprache oder Video einschalten und die Aussagen vorlesen, während alle den Daumen in die Kamera halten oder ein W oder F auf einen Zettel schreiben. Bis zu zehn Leute passen in einen Raum.

Sollen die Punkte von selbst zählen, gehören die Aussagen in ein Community-Quiz im Editor. Multiple-Choice-Fragen haben dort vier Antwortoptionen, eine nackte Wahr-oder-falsch-Aussage passt also nicht direkt hinein; zwei Umbauten funktionieren aber gut. Der erste heißt „drei Wahrheiten, ein Mythos“: Nimm vier kurze Aussagen als die vier Optionen und frag „Drei davon sind wahr. Welche ist der Mythos?“ Die Ratechance sinkt von fünfzig auf fünfundzwanzig Prozent, und weil die Frage offen sagt, was sie will, stolpert niemand über ein verstecktes „nicht“. Der zweite macht aus der Aussage eine normale Frage mit dem Mythos als falscher Option („Wie viele Herzen hat ein Oktopus?“ mit eins, zwei, drei und vier); die Überraschung bleibt, der Münzwurf verschwindet. Die Zahl aus der Kombination oben kommt als Schätzfrage hinein, die nach Abstand gewertet wird.

Die Wertung auf omequiz belohnt richtige Antworten und Tempo und zieht für falsche nie etwas ab. In der App lohnt sich Raten also immer; der Punktabzug von oben ist für Runden auf Papier gedacht. Wer lieber den Fragenpool spielt: Ein Raum kann bis zu drei der neun Kategorien mischen, darunter Wissenschaft, Geschichte und Geografie. Und für fünf Minuten zwischendurch gibt es die tägliche Runde mit fünf Fragen.

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